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Demografischer Wandel als Chance
Hessische Mehrgenerationenhäuser arbeiten erfolgreich und vernetzt - Ausstellung im Hessischen Sozialministerium eröffnet - Demografischer Wandel als Chance
Hessische Mehrgenerationenhäuser arbeiten erfolgreich und vernetzt. Ausstellung im Hessischen Sozialministerium eröffnet. Am 24. Juni 2011 wurde im Hessischen Sozialministerium eine Ausstellung über die 29 hessischen Mehrgenerationenhäuser eröffnet. Die Ausstellung besteht aus insgesamt 35 Informationstafeln. Darin werden die einzelnen Einrichtungen mit ihren vielfältigen Arbeitsschwerpunkten sowie allgemeine Informationen dargestellt. Ab Herbst sollen die Plakate auf hessenweite Wanderschaft gehen und die Mehrgenerationenhäuser bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit, auch beim Ringen um Finanzierungsmöglichkeiten, unterstützen.
landesnetzwerk
Landesnetzwerk gegründet
„Mehrgenerationenhäuser begreifen den demografischen Wandel als Chance. Mit dieser Grundhaltung suchen wir seit 2006 nach tragfähigen Ideen für die Gestaltung unserer Zukunft und setzen sie vor Ort mit engagierten Mitmenschen um“, sagt Angelika Seidler vom MGH Groß-Zimmern. „Die Vorstellung, dass nun nach Jahren erfolgreicher Arbeit einige Häuser aus finanziellen Gründen aufgeben müssen, ist uns unerträglich. Das wäre ein Schlag ins Gesicht der vielen Freiwilligen und ein herber Rückschritt für das bürgerschaftliche Engagement in ganz Hessen.“
Deshalb haben sich die hessischen Mehrgenerationenhäuser bereits im Juni 2010 zu einem trägerübergreifenden Landesnetzwerk zusammengetan, um sich gemeinsam für den Erhalt, die Weiterentwicklung und Weiterförderung der Mehrgenerationenhäuser sowohl auf Landes- als auch auf kommunaler Ebene einzusetzen.
Ende des Bundesaktionsprogramms bereitet Sorgen
„Das Bundesfamilienministerium hat mit seinem bundesweiten Aktionsprogramm ein gutes Konzept zum Leben erweckt und finanziell gefördert“, sagt Monika Maier-Luchmann vom MGH Langen. „Im Gegenzug haben die Aktiven vor Ort mit unglaublichem Engagement und Herzblut die Häuser mit Leben gefüllt und dafür gesorgt, dass sie sich gut entwickeln, wachsen und gedeihen.“ Im September 2011 ende nun für die ersten hessischen Mehrgenerationenhäuser die Bundesförderung, das heißt Ihnen fehlten dann in diesem Jahr 10.000 Euro und danach 40.000 Euro jährlich. „Eine Menge Geld, das sich nicht einfach durch den Verkauf von Waffeln beim Sommerfest ausgleichen lässt.“ Zwar wird die Bundesregierung ein weiteres Förderprogramm ab 2012 auflegen. Dieses beinhaltet jedoch neue, und damit zusätzliche Förderschwerpunkte und löst nicht die Frage nach dem Fortbestand der bereits bestehenden und bewährten Projekte. Zudem wird künftig eine Beteiligung des Landes oder der Kommune in Höhe von jährlich 10.000 Euro für jeweils drei Jahre vorausgesetzt. Aber noch steht nicht fest, ob alle hessischen Mehrgenerationenhäuser am Folgeprogramm teilnehmen können.
Das Land Hessen will seine Mehrgenerationenhäuser im neuen Förderprogramm nicht direkt bezuschussen, sondern hat ihnen anheim gestellt, Mittel aus den bestehenden hessischen Fördertöpfen zu beantragen oder sich an die Kommunen zu wenden. Diese wiederum verweisen auf ihre Haushaltslage und sehen sich vielfach nicht in der Lage, mittelfristige finanzielle Zusagen zu machen. „Diese Planungsunsicherheit und der bevorstehende Wegfall der Fördermittel bereitet nicht nur den Trägerverantwortlichen manche schlaflose Nacht, auch die Nutzer und Aktiven in den Häusern sind verunsichert“, berichtet Bernhard Mark vom MGH Offenbach. „290.000 Euro werden landesweit benötigt, um weitere 870.000 Euro Bundesmittel pro Jahr für alle hessischen MGH fließen zu lassen. Ein gutes Geschäft für Länder und Kommunen, denn der Mehrwert jedes hier investierten Euros ist immens. Wir hoffen, dass letztlich alle hessischen Mehrgenerationenhäuser die ihnen gebührende Wertschätzung erfahren und weiter finanziell gefördert werden.“
Mehrgenerationenhäuser
Mehrgenerationenhäuser sind Orte der Begegnung für Menschen aller Generationen. Sie geben Raum für gemeinsame Aktivitäten, bieten Angebote zur Kinderbetreuung und zur Betreuung älterer Menschen und schaffen so ein neues nachbarschaftliches Miteinander. Sie sind mit ihren Angeboten darauf ausgerichtet, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu stärken, die Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern und haushaltsnahe Dienstleistungen zu entwickeln und umzusetzen. Mehrgenerationenhäuser sind zentrale Anlaufstellen, an denen Menschen in ihrer Nachbarschaft das finden, was sie im Alltag brauchen. So stärken sie die soziale Infrastruktur vor Ort. Sie entlasten Familien, Alleinerziehende und pflegende Angehörige. Mehrgenerationenhäuser bieten praktische Hilfe bei den Fragen rund um Pflege und Betreuung Demenzkranker. Betroffene und Angehörige finden in Mehrgenerationenhäusern Unterstützung. Parallele Angebote für Kinder und Eltern helfen Familien, insbesondere aber auch Alleinerziehenden, bei der Bewältigung der täglichen Herausforderungen. Vor allem mit flexiblen Formen der Kinderbetreuung sind Mehrgenerationenhäuser Stützen im Alltag von Familien. Mehrgenerationenhäuser beziehen freiwillig Engagierte aller Generationen in ihre Arbeit ein und haben sich als treibende Kraft des bürgerschaftlichen Engagements etabliert.
Landesnetzwerk der Mehrgenerationenhäuser in Hessen
Die Pressemitteilung des hessischen Sozialministeriums finden Sie hier.
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